Natur in Brehna – eine Ausstellung aus unserer Stadt
Wie vielfältig ist die Natur in und um Brehna? Und wie unterschiedlich nehmen wir sie wahr? Vom 10. August bis zum 15. September 2026 zeigen mehr als 20 Exponate, wie Künstlerinnen und Künstler, Hobbymalerinnen und Hobbymaler sowie Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker aus dem Stadtgebiet Sandersdorf-Brehna diese Frage für sich beantworten. Auch die Kinder aus unserer städtischen Kita "Bostel" und dem Hort "Pazzelclab" haben die Ausstellung mit eigenen Arbeiten bereichert.
Zu sehen ist „Natur in Brehna“ im Halle Leipzig The Style Outlets, während der regulären Öffnungszeiten Montag bis Samstag von 10 bis 20 Uhr. Die offizielle Ausstellungseröffnung findet am 10. August 2026 um 17:30 Uhr statt.
Die Ausstellung ist Teil unseres von der Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt (SUNK) geförderten Naturprojekts 2026.
Doch hinter jedem Exponat steht ein Mensch, mit einer eigenen Geschichte, einer besonderen Verbindung zur Natur und ganz persönlichen Ideen. Auf dieser Seite möchten wir euch die Mitwirkenden und ihre Werke deshalb etwas näher vorstellen.

Exp. 1, 2 und 3 - Waldgut Roitzsch – wenn aus einem Baum ein echtes Unikat wird
Tino Götz - Waldgut Roitzsch
Manchmal erzählt ein Tisch mehr als nur eine Geschichte. Von einem Baum, der über 120 Jahre gewachsen ist. Von Jahrzehnten voller Sonne, Regen und Winterkälte. Von Ästen, Rissen und einer Maserung, die kein zweites Mal genauso existiert.
Genau diese Geschichten macht das Waldgut Roitzsch sichtbar.
Der Forstbetrieb liegt im Ortsteil Roitzsch und hat eine Fläche von ca. 200 Hektar Wald. Ein großer Teil dieser Flächen befindet sich auf einem ehemaligen Bergbaugebiet, das in den 1960er- und 1970er-Jahren aufgeforstet wurde. Heute besteht der Wald zu rund 95 Prozent aus Laubholz und zu fünf Prozent aus Nadelholz. Robinien, Eichen, Ahorne, Buchen, Pappeln und Kiefern prägen den Bestand.
Aus mehr als 120 Jahre alten Bäumen entstehen massive Tische, Waschtischplatten, Fensterbänke, Regalbretter, Deckenlampen und viele weitere Stücke für Haus und Garten. Verarbeitet werden unter anderem Eiche, Esche und Buche. Immer mit dem Ziel, den ursprünglichen Charakter des Baumes zu bewahren.
Nicht makellos. Sondern unverwechselbar.
Die verwendeten Holzplatten sind nicht geleimt, sie werden aus einem einzigen Stamm geschnitten und können bis zu 90 Zentimeter breit und acht Zentimeter stark sein.
Dabei darf das Holz so aussehen, wie Holz eben aussieht: mit natürlichen Baumkanten, sichtbaren Ästen, Rissen und individuellen Farbverläufen. Was in der industriellen Fertigung vielleicht als Makel gelten würde, macht hier den Charakter des fertigen Werkstücks aus.
Denn kein Baum wächst nach Schablone und deshalb gleicht auch kein Werkstück dem anderen.
Natur in Brehna – zum Anschauen und Anfassen
Mit den Arbeiten wird Natur nicht einfach nur dargestellt, sondern zum Material, zum Gebrauchsgegenstand und zum täglichen Begleiter.
Die ausgestellten Werke zeigen, was entstehen kann, wenn massives Holz, handwerkliche Arbeit und Respekt vor dem natürlichen Material zusammenkommen: langlebige Einzelstücke, die ihre Herkunft nicht verstecken, sondern ganz bewusst zeigen.
Oder etwas einfacher gesagt: Ein Stück Natur zieht bei Dir zu Hause ein und bewahrt dabei seine einzigartige, faszinierende Geschichte.
Mehr über Tino Götz und das Waldgut Roitzsch erfährst du unter https://www.waldgut-roitzsch.de oder auf https://www.instagram.com/waldgut_roitzsch
Exp. 4 und 5 - Atelier Ta.pete - Wenn der Frühling aus dem Dunkel kriecht
Tanja Eberhardt - Atelier Ta.pete
In einem alten Haus in Roitzsch entstehen Bilder, Räume und neue Geschichten. Seit 2023 erweckt die Architektin und Künstlerin das Gebäude Stück für Stück wieder zum Leben. Dort befindet sich auch ihr Atelier Ta.Pete. Wenn sie nicht malt, renoviert sie, arbeitet im Garten oder genießt die Stille eines Hauses, das noch längst nicht alle seine Geschichten preisgegeben hat.
Architektur und Kunst nehmen in ihrem Leben den gleichen Raum ein. Die eine Hälfte ihrer Woche arbeitet sie als Architektin in der Verwaltung, die andere gehört ihrem Atelier. Ein Kompromiss ist das für sie nicht. Vielmehr ergänzen sich beide Welten: Hier der Blick für Raum und Licht, dort das freie Spiel mit Farben, Formen und Gefühlen.
Den Grundstein dafür legte ihre Ausbildung zur Floristin. Schon damals arbeitete sie mit Farbe und Komposition, nur eben mit Blumen statt mit Pinseln. Später kam die Architektur hinzu. Das Malen selbst hat sie sich ohne klassische Kunstausbildung erschlossen. Ihr Zugang ist intuitiv und geprägt von einem feinen Gespür für Stimmungen.
Gemalt hat sie eigentlich schon immer. Doch ab 2018 veränderte sich etwas. Statt einfach nur zu malen, begann sie, ihre eigenen Gefühle auf die Leinwand zu bringen. In einer persönlich schwierigen Zeit wurde die Kunst zu einem Ort, der ihr Halt gab. Gleichzeitig fanden ihre Bilder immer mehr Zuspruch und erste Arbeiten wurden verkauft. Aus der Freude am Malen entstand etwas, das sie bis heute trägt.
Ihre Bildsprache ist geprägt von skandinavischer Klarheit, natürlichen Lichtstimmungen und reduzierten Formen. Gleichzeitig lässt sie dem Unperfekten bewusst seinen Platz. Eine Linie darf bleiben, auch wenn sie nicht genau dort sitzt, wo sie ursprünglich hin sollte. Und wenn sich ein Bild gegen den eigenen Plan sträubt, wird es nicht mit Gewalt in die gewünschte Richtung gezwungen.
Dann legt sie den Pinsel zur Seite, tritt einen Schritt zurück und wartet. Denn manchmal zeigt ein Bild erst nach einer Pause, was es werden will.
Für die Ausstellung „Natur in Brehna“ bringt sie zwei Werke mit, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch denselben Gedanken tragen: Die Natur ist kraftvoll, verletzlich und längst nicht mehr im Gleichgewicht mit uns Menschen.
Das erste Werk ist ein großformatiges Gemälde von einem mal einem Meter. Es zeigt den Frühling, allerdings nicht so, wie wir ihn gewohnt sind. Im Mittelpunkt steht eine Gestalt, die an das Mädchen aus dem Brunnen im Horrorfilm „The Ring“ erinnert. Sie kriecht aus dem Dunkel hervor und bringt dabei den Frühling mit: Blumen, Bienen, Ameisen, Spinnen und Glitzer.
Das Motiv irritiert. Und genau darin liegt seine Wirkung.
Für die Künstlerin ist der Frühling die Jahreszeit, die am härtesten darum kämpfen muss, sich durchzusetzen. Noch ist es kalt, noch liegt Dunkelheit über der Natur, und trotzdem beginnt überall neues Leben. Das Mädchen wird damit nicht nur zu einer unheimlichen Figur, sondern auch zu einem Sinnbild für die unermüdliche Kraft des Neubeginns.
Bei der Arbeit an dem großformatigen Bild gab es im Atelier immer wieder besondere Begegnungen. Besucher blieben davor stehen, schauten eine Weile und fragten schließlich: „Was malst du da eigentlich?“ Kinder spürten meist sofort, dass mit dem Mädchen etwas nicht stimmt, auch wenn sie nicht genau erklären konnten, was sie beunruhigte.
Das zweite Werk zeigt Mutter Natur in Schieflage. Dafür hat die Künstlerin den Torso einer Schaufensterpuppe bemalt und bewusst so aufgestellt, dass er jeden Moment umzufallen scheint. Das fragile Gleichgewicht ist Teil des Werkes. Es greift eine Frage auf, die sie schon lange beschäftigt: Wie selbstverständlich umgibt uns die Natur und wie weit haben wir Menschen uns dennoch von ihr entfernt?
Ihre Kunst will diese Frage nicht beantworten. Sie will überhaupt keine fertigen Antworten geben. Viel wichtiger ist der Künstlerin, dass Menschen vor ihren Werken langsamer werden. Dass sie nicht danach suchen, ob etwas „gut gemalt“ ist, sondern sich fragen: Was sehe ich hier eigentlich? Was löst es in mir aus? Und was sagt meine Reaktion vielleicht über mich selbst?
Mit ihrer Teilnahme an „Natur in Brehna“ verlässt ihre Kunst das geschützte Atelier und begegnet den Menschen mitten in ihrem Alltag. Genau das reizt sie an der Ausstellung. Vielleicht bleibt jemand stehen, obwohl er eigentlich nur schnell durch das Outlet gehen wollte. Vielleicht unterbricht ein Bild für einen kurzen Moment die gewohnte Eile.
Und vielleicht hört man dann den Frühling sagen:
„Schau, der Frühling hat es immer schwer, sich durchzusetzen. Was wäre, wenn er einfach aufgeben würde? Tut er aber nie.“
Mehr über Tanja Eberhardt und das Atelier Ta.Pete unter https://www.ateliertapete.de oder https://www.instagram.com/ateliertapete/
Exp. 6, 7 und 8 - Die stille Vielfalt der Falter
Martin Hanisch
Manchmal beginnt eine Leidenschaft mit einer zufälligen Begegnung. Bei Martin Hanisch war es ein Spaziergang durch die Goitzsche kurz nach der Wende. Dort kam er mit einem Mitglied des NABU ins Gespräch. Was er dabei über Schmetterlinge, ihre Lebensräume und ihre Bedeutung für die Natur erfuhr, ließ ihn nicht mehr los. Martin trat selbst dem Naturschutzbund bei und begann, sich intensiv mit der heimischen Insektenwelt zu beschäftigen.
Gemeinsam mit anderen Naturfreunden beobachtete und dokumentierte er über viele Jahre, welche Falter in der Region vorkommen. Bei Nachtfängen, Gebietszählungen und im eigenen Garten wurden Arten bestimmt, Bestände erfasst und Entwicklungen festgehalten. So entstanden Chroniken und Statistiken, die zeigen, wie vielfältig unsere Natur ist, aber auch, wo Arten seltener werden oder ganz zu verschwinden drohen.
Einzelne Falter wurden fachgerecht präpariert und sorgfältig in Schaukästen bewahrt. Dafür braucht es Fingerspitzengefühl, Geduld und höchste Konzentration. Eigenschaften, die Martin aus seinem früheren Beruf bestens kennt: Bevor er in den Ruhestand ging, arbeitete er als Uhrmacher. Der achtsame Umgang mit kleinsten und empfindlichsten Dingen begleitete ihn also schon lange, bevor daraus eine umfangreiche Faltersammlung entstand.
Die Schaukästen dienten dabei nie nur dem Sammeln. Martin und seine Mitstreiter nahmen sie mit zu Volksfesten, Ausstellungen und in Kindereinrichtungen. Auch bei Vorträgen, beispielsweise im „Haus am See“ in Schlaitz, vermittelten sie Wissen über die Entwicklung der Schmetterlinge, ihre Lebensweise und ihre Nahrungsquellen.
Für unsere Ausstellung „Natur in Brehna“ konnten die empfindlichen Originale leider nicht ausgeliehen werden. Zu groß wäre die Gefahr, dass die über viele Jahre bewahrten Falter durch Licht, Erschütterungen oder wechselnde Bedingungen Schaden nehmen. Martin hat uns jedoch die Möglichkeit gegeben, seine Sammlung zu fotografieren. So können wir ihre besondere Vielfalt zeigen und zugleich die fragilen Exemplare schützen.
Doch Martins Engagement endet nicht am Schaukasten. Auch im eigenen Garten schafft er Lebensräume für Insekten. Flieder, Brennnesseln, ausgewählte Bäume und Sträucher sowie eine Blumenwiese bieten Faltern und Raupen Nahrung. Gerade die Brennnessel, die oft vorschnell als Unkraut betrachtet wird, ist für die Raupen verschiedener Schmetterlingsarten unverzichtbar.
Martin möchte mit seiner Sammlung vor allem eines erreichen: Aufmerksamkeit. Denn jedes Insekt erfüllt eine Aufgabe. Falter, Raupen und Käfer bestäuben Pflanzen und sind zugleich eine wichtige Nahrungsgrundlage für Vögel, Frösche, Eidechsen und viele weitere Tiere. Verschwindet ein Teil dieses fein abgestimmten Systems, betrifft das am Ende die gesamte Natur.
Seine Sammlung läd deshalb nicht nur zum Staunen ein. Sie erinnert uns auch daran, genauer hinzusehen und selbst im Kleinen etwas zum Erhalt der Artenvielfalt beizutragen.
Wer weitere Fragen hat, der kann sich gerne an uns wenden und wir stellen einen Kontakt zu Marin her.
Exp. 9 - Zwischen Technik, Natur und einem Augenzwinkern
Tiko Würker - AOA Store
Was haben 3D-Druck, ein Rotmilan und der Irrsinn deutscher Bürokratie gemeinsam? Bei Tiko Würker werden sie zu einem Kunstwerk.
Tiko ist der kreative Kopf hinter dem AOA Store. Dort verbindet er technisches Wissen mit Gestaltung, handwerklichem Geschick und der Freude daran, ungewöhnliche Ideen Wirklichkeit werden zu lassen. Neben dem 3D-Druck arbeitet er inzwischen auch mit Lasergravuren und kombiniert verschiedene Materialien und Herstellungsverfahren miteinander.
Seine technische Ausbildung und sein Meisterabschluss helfen ihm dabei, nicht nur Ideen zu entwickeln, sondern auch die passenden Lösungen für ihre Umsetzung zu finden. Dabei kann er ausgesprochen hartnäckig werden. Wenn etwas nicht auf Anhieb funktioniert, beginnt für ihn die Suche nach dem Warum. Liegt es am Material, an der Konstruktion oder braucht es einen völlig anderen Ansatz? Ein Fehlversuch ist für Tiko kein Scheitern, sondern ein weiterer Schritt auf dem Weg zum fertigen Produkt.
Kreativität findet ihren Weg
Eine klassische künstlerische Ausbildung hat Tiko nicht. Seine Fähigkeiten hat er sich selbst erarbeitet, durch Neugier, Ausprobieren und viele kleine wie große Lernerfahrungen. Kreativität begleitet ihn dabei schon lange. Rund 15 Jahre war die Musik sein wichtigstes Ausdrucksmittel. Später eröffnete ihm der 3D-Druck eine neue Welt, in der digitale Gestaltung, Technik und Handwerk aufeinandertreffen.
Musik spielt dennoch bis heute eine wichtige Rolle. Je nach Projekt läuft beim Arbeiten epische Filmmusik, deutscher Hip-Hop oder Rock. Sie hilft ihm, sich ganz auf eine Idee einzulassen und auch über mehrere Stunden darin zu versinken.
Inspiration findet Tiko außerdem im Austausch mit anderen kreativen Menschen. Auch YouTube hat ihn über viele Jahre geprägt. Nicht als Vorlage zum Kopieren, sondern als Ort voller Techniken, Perspektiven und kleiner Impulse, aus denen etwas ganz Eigenes entstehen kann.
Der „Brehn’sche Rotmilan“
Für die Ausstellung „Natur in Brehna“ hat Tiko den „Brehn’schen Rotmilan“ geschaffen. Das Werk verbindet Natur, Heimat und Humor und ist, wie er selbst sagt, „ein real gewordenes Augenzwinkern“.
Der Rotmilan wird bei ihm nicht einfach nur zum naturgetreuen Abbild eines heimischen Vogels. Er steht vielmehr zwischen regionalem Symbol, humorvoller Überzeichnung und einem kleinen Seitenhieb auf den Irrsinn deutscher Ämter und bürokratischer Prozesse. Schon der Titel macht deutlich: Hier darf und soll geschmunzelt werden.
Die Idee dazu entstand passend zum Ausstellungsthema. Tiko bezeichnet sich selbst als Naturkind. Beim Wandern, Radfahren und bei Ausflügen mit seiner Familie findet er Abstand vom Alltag. Draußen wird der Kopf frei und aus einem kleinen Eindruck kann plötzlich eine neue Idee werden.
Besonders viel Freude hatte er bei der Herstellung der Grundplatte. Während sich die einzelnen Bestandteile langsam zu einem fertigen Ausstellungsstück zusammenfügten, musste Tiko selbst immer wieder über den herrlichen Irrsinn seiner Idee lachen. Genau dieser Funke soll nun auf die Besucherinnen und Besucher überspringen.
Kunst darf Spaß machen
Tiko möchte mit seinen Arbeiten vor allem Freude auslösen. Seine Kunst verlangt keine komplizierte Interpretation und begegnet dem Publikum auch nicht mit erhobenem Zeigefinger. Man darf den „Brehn’schen Rotmilan“ einfach ansehen, überrascht sein und lachen.
Doch hinter dem Humor steckt auch eine ernst gemeinte Botschaft. Warum halten wir an manchen Wegen, Regeln und Gewohnheiten fest, nur weil sie schon immer so waren? Könnte es nicht manchmal eine andere, einfachere oder bessere Lösung geben?
Wenn der „Brehn’sche Rotmilan“ sprechen könnte, würde er vermutlich sagen:
„Halte nicht zu sehr an alten Wegen fest. Öffne deine Gedanken auch für Neues!“
Im besten Fall schenkt das Werk den Menschen zunächst ein Lächeln und anschließend einen Gedanken, der sie noch eine Weile begleitet. Denn Kunst muss nicht schwer zugänglich sein, um etwas auszulösen. Manchmal gelingt das mit einem Augenzwinkern sogar besonders gut.
Mehr zu Tiko und dem AOA-Store findet ihr unter https://www.aoastore.de oder https://www.instagram.com/aoastore/.
Exp. 10, 11, und 12 - Kleine Naturschätze
Karola Mack - Künstlerin
Wer im Frühjahr mit offenen Augen durch Brehna geht, kann eine erstaunliche Vielfalt entdecken. Karola hat genau das getan: Sie sammelte Blüten und Pflanzen an verschiedenen Orten im Stadtgebiet, trocknete sie behutsam und fügte sie anschließend zu einer Collage zusammen.
In ihrem Werk vereint sie insgesamt 22 verschiedene Pflanzen: Mohnblume, Immergrün, Stiefmütterchen, Distel, Veilchen, Kleeblatt, Gänseblümchen, Schlehenblüte, Kirschblüte, Lenzrose, Gelbes Windröschen, Akelei, Buschwindröschen, Ranunkelstrauch, Blaustern, Hasenglöckchen, Primel, Vergissmeinnicht, Ackerschachtelhalm, Japanische Zierkirsche, Hecke und Deutzie.
Karola ist eng mit der Natur verbunden. Sie nimmt ihre Umgebung aufmerksam wahr und entdeckt auch in den kleinen, alltäglichen Dingen etwas Besonderes. Diese Verbundenheit prägt nicht nur ihr Werk, sondern auch ihr Engagement als Vorstandsmitglied des Brehn’sches Stadtleben e. V.
Ihre Collage bewahrt ein Stück Brehnaer Frühling und lädt dazu ein, einmal ganz genau hinzusehen: Hast du alle 22 Pflanzen entdeckt?
Ein Stück Stoff, Beton und eine ungewöhnliche Idee: Für ihre Vase tränkte Karola einen Lappen in Beton und ließ ihn in fließenden Falten aushärten. Was zuvor weich und beweglich war, wurde fest und dauerhaft. Dennoch erinnert die Form an etwas Gewachsenes: an Blütenblätter, eine sich öffnende Knospe oder die unregelmäßigen Strukturen, wie wir sie überall in der Natur finden.
Gerade dieser Gegensatz macht das Werk besonders. Der schwere, raue Beton bewahrt die Leichtigkeit des Stoffes und wird zu einem Gefäß für Blumen, Zweige und andere Fundstücke aus der Natur. So treffen in Karolas Vase Beständigkeit und Vergänglichkeit aufeinander.
Manchmal liegen die schönsten Dinge direkt am Wegesrand. Für ihr drittes Werk sammelte Karola bei einem Spaziergang durch Park und Wald kleine Naturschätze, trocknete sie und arrangierte sie später auf einem farbigen Hintergrund zu einem Stillleben.
Aus unscheinbaren Fundstücken entstand eine kleine Komposition, die zum genaueren Hinsehen einlädt. Formen, Farben und feine Strukturen, die draußen leicht übersehen werden, bekommen hier ihren eigenen Platz.
Das Werk zeigt, dass ein Spaziergang mehr sein kann als nur ein Weg von einem Ort zum anderen. Wer aufmerksam durch die Natur geht, entdeckt überall kleine Besonderheiten. Man muss sie nur sehen.
Karolas Zugang zur Malerei und zur Kunst entstand während eines Reha-Aufenthalts im Jahr 2006. Seitdem steht für sie vor allem eines im Mittelpunkt: die Farbe. Mit expressiven Formen und lebendigen Strukturen bringt sie ihre Fantasie auf die Leinwand. Zugleich lässt sie genügend Raum für die Gedanken der Betrachtenden. So darf jeder in ihren Bildern ein ganz eigenes Motiv entdecken, persönliche Geschichten entstehen lassen und der Fantasie freien Lauf lassen.
Exp. 13 - Faszination oder Ekel
Heike Seipold
Manchmal entstehen die eindrucksvollsten Naturaufnahmen ganz ungeplant. Heike entdeckte die auffällig gezeichnete Wespenspinne zufällig und hielt den besonderen Moment mit ihrer Kamera fest.
Mit ihren gelb-schwarzen Streifen wirkt die Spinne beinahe kunstvoll, löst aber nicht bei allen Menschen die gleiche Reaktion aus. Während die einen fasziniert stehen bleiben und jedes Detail betrachten, wenden sich andere lieber schnell ab.
Das Foto zeigt, wie unterschiedlich wir Natur wahrnehmen. Was für den einen wunderschön und spannend ist, empfindet die andere vielleicht als unangenehm oder sogar ekelerregend. Doch gerade dieser Gegensatz lädt dazu ein, genauer hinzusehen.
Was empfindest du beim Anblick der Wespenspinne: Faszination oder Ekel?
Exp. 14 und 15 - Zwischen Stille und Vergänglichkeit
Daniela Oschecker Fotografie
Daniela hat schon als Kind gern fotografiert. Was damals als Hobby begann, wurde 2015 zu einem Nebenberuf und ist bis heute vor allem eines geblieben: eine echte Leidenschaft. Wenn die 38-Jährige nicht hinter der Kamera steht, managt sie eine Zahnarztpraxis und kümmert sich dort um die Abrechnung.
Eine klassische fotografische Ausbildung hat Daniela nicht absolviert. Ihr Blick für besondere Motive ist über viele Jahre gewachsen, durch Übung, Erfahrung und die Freude daran, immer wieder Neues auszuprobieren. Geprägt haben sie vor allem ihre Familie und ein Mensch, der früh an sie und ihr Können glaubte. Kraft zieht sie außerdem aus der Zufriedenheit ihrer Kundinnen und Kunden und aus ihrem eigenen Ehrgeiz. Wenn etwas nicht wie geplant funktioniert, möchte sie daran nicht scheitern, sondern wachsen.
Für Daniela beginnt ein gutes Foto lange vor dem Auslösen. Bei Auftragsarbeiten gehören eine sorgfältige Absprache und die eigene Recherche fest zu ihrer Vorbereitung. Und auch ein Kaffee darf dabei nicht fehlen. Trotzdem lässt sie der Situation genügend Raum. Denn selbst wenn ein Shooting geplant ist, entstehen die besten Aufnahmen oft spontan.
In der Ausstellung „Natur in Brehna“ zeigt Daniela zwei Werke, die unsere heimische Natur aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten: „Spiegel der Stille“ und „Zwischen Blüte und Vergänglichkeit“.
„Spiegel der Stille“ ist ihr persönlicher Favorit. Die kräftigen Farben verleihen der Aufnahme eine besondere Wirkung. Gleichzeitig strahlt das Motiv Ruhe aus und lädt dazu ein, für einen Augenblick still zu werden. Könnte das Bild sprechen, würde es vielleicht sagen: „Wenn du einmal nicht sprechen und einfach die Ruhe genießen möchtest, schau in dein Spiegelbild auf dem Wasser.“
Das zweite Werk richtet den Blick auf die Veränderungen, die das Vergehen der Zeit mit sich bringt. „Zwischen Blüte und Vergänglichkeit“ erzählt davon, dass nichts dauerhaft jung, frisch und unverändert bleibt. So wie wir Menschen wandelt sich auch die Natur und hinterlässt dabei ihre ganz eigenen Spuren. Daniela hätte diesen Prozess am liebsten über einen noch längeren Zeitraum fotografisch begleitet, denn gerade diese sichtbaren Veränderungen findet sie besonders faszinierend.
Die Suche nach den passenden Motiven hat ihr erneut bewusst gemacht, wie viele schöne und bislang kaum beachtete Orte es in Brehna gibt. Zugleich war sie eine Erinnerung daran, wieder häufiger Zeit draußen zu verbringen und die vertraute Umgebung mit offenen Augen zu betrachten.
Mit ihren Bildern möchte Daniela authentische und natürliche Momente bewahren. Sie wünscht sich, dass die Besucherinnen und Besucher in der Ausstellung vor ihren Werken stehen bleiben, genauer hinsehen und sich einen Moment Zeit zum Nachdenken nehmen. Vielleicht entsteht dabei sogar die Neugier, mehr über die Fotografin hinter den Aufnahmen zu erfahren.
Wer mehr zu Daniela und ihrer Arbeit als Fotografin wissen möchte, der wird fündig unter https://oscheckerfoto.de oder https://www.instagram.com/danielaoscheckerfoto/
Exp. 16 und 17 - Natürliches im Vergehen und Vergessen
Liane Walter
Nach 44 Berufsjahren genießt die Künstlerin heute ihren glücklichen, sportlichen Ruhestand. Doch ruhig bedeutet für sie keineswegs untätig: Sie malt, kümmert sich mit viel Freude um ihren Garten und engagiert sich ehrenamtlich. Die Malerei begleitet sie dabei als erfüllende Freizeitbeschäftigung.
Ihre künstlerischen Kenntnisse hat sie sich in Kursen an der Volkshochschule sowie durch jahrelanges Üben angeeignet. Geprägt haben sie vor allem verschiedene Kunstvereine und die Menschen, mit denen sie dort gemeinsam kreativ sein konnte. Ein festes Ritual braucht sie zum Malen nicht. Erst einmal durchatmen, dann geht es los. Ihr Leitsatz bringt diese Haltung treffend auf den Punkt: „Kopf hoch und weiter“, denn Übung macht bekanntlich den Meister.
In unserer Ausstellung „Natur in Brehna“ zeigt sie das Aquarell „Natürliches im Vergehen und Vergessen“. Es zeigt die ehemalige Mühle Tauchmann im Brehnaer Ortsteil Kitzendorf. Das Bild läd ein hinzuschauen, sich an vergangene Zeiten zu erinnern. An Zeiten, in denen aus Handarbeit und Windkraft kostbares Mehl wurde. Doch nichts bleibt für immer, und doch hat jede Spur ihre eigene Schönheit. Die Natur holt sich am Ende alles zurück.
Das Bild ist Teil eines größeren Projektes und entstand nicht nach einem festen Plan. Wenn eine Idee gefällt, wird sie aufgegriffen und umgesetzt, am liebsten mit überraschenden und nicht alltäglichen Motiven. So wird aus einer ersten Vorstellung Schritt für Schritt ein Werk, in dem immer auch etwas Ungeplantes seinen Platz finden darf.
Das zweite Werk entstand in Zusammenarbeit mit Ihrem inzwischen verstorbenen Ehemann. "Hasi" stammt aus einem natürlich gewachsenen Pappelholzstamm und ist unbehandelt. Er dokumentiert, dass langsame Vergehen.
Mit ihrer Arbeit möchte die Künstlerin die Betrachtenden zum Innehalten anregen. Mehr Aufmerksamkeit, mehr Sorgfalt und einen bewussteren Blick für die Natur, nicht nur beim Spaziergang, sondern auch beim Einkaufen. Denn Veränderung beginnt oft dort, wo wir im Alltag genauer hinsehen.
Exp. 18 - Naturgarten in Brehna
Luise Wollenberg
Ein Garten wie ein kleines Stück Wildnis. Auf den ersten Blick glaubt man, in einen stillen Wald, über eine blühende Heide oder durch eine urwüchsige Wiese zu schauen. Doch alle Aufnahmen dieser Fotocollage von Luise sind an ein und demselben Ort entstanden: im heimischen Garten.
Vor vielen Jahren haben Luise und ihr Mann beschlossen, dort einen echten Naturgarten zu schaffen. Einen Garten, der nicht bis ins letzte Detail kontrolliert wird, sondern wachsen, sich verändern und ein wenig verwildern darf. Zwischen hohen Gräsern, Farnen, Blüten, Pilzen und einem kleinen Teich verbergen sich überall liebevoll gestaltete, beinahe verwunschene Details.
Alles ist aufeinander abgestimmt und wirkt dennoch vollkommen natürlich. So entsteht das Gefühl, mitten in einem alten Waldstück zu sitzen, obwohl man sich tatsächlich in einem Garten in Brehna befindet.
Luises Collage zeigt, wie groß Natur auch auf kleinem Raum werden kann, wenn man ihr den nötigen Platz lässt.
Exp. 19, 20 und 21 - Zwischen Stille, Licht und Weite
Matthias Drefs
Zwischen Bildschirm und Weite. Wenn Matthias seinen IT-lastigen Arbeitsalltag hinter sich lässt, zieht es ihn nach draußen. Bewegung und Natur sind für ihn der ideale Ausgleich. Am liebsten ist er mit dem Gravelbike unterwegs oder nimmt sich bei langen Spaziergängen die Zeit, seine Umgebung ganz bewusst wahrzunehmen. Seine Kamera ist dabei fast immer an seiner Seite.
So entstehen Aufnahmen, die nicht geplant wirken, sondern gefunden: eine tief verschneite Landschaft, ein dramatischer Himmel über dem Wasser oder Schilf, das sich dunkel vor der untergehenden Sonne abzeichnet. Zwei der ausgestellten Fotografien entstanden am Serbitzer See. Sie zeigen, wie unterschiedlich ein und derselbe Ort wirken kann und welche besondere Stimmung Licht, Wetter und Jahreszeit hervorbringen.
Matthias’ Bilder erzählen von jenen Momenten, in denen man unterwegs plötzlich innehält. Weil die Landschaft für einen kurzen Augenblick ganz besonders aussieht. Weil Himmel und Wasser miteinander verschmelzen. Oder weil ein vertrauter Ort auf einmal vollkommen neu erscheint.
Mit seinen Fotografien bringt Matthias Drefs nicht nur eindrucksvolle Naturaufnahmen in unsere Ausstellung. Er erinnert uns auch daran, dass die schönsten Motive manchmal direkt am Wegesrand warten. Man muss nur genau hinsehen.
Wer mehr über Matthias und seine Fotografie erfahren möchte, der kann gerne mit uns Kontakt aufnehmen.
Exp. 22 - Gemalte Erinnerungen
Horst Kunze - Heimatmaler
Manchmal beginnt etwas Neues genau dann, wenn das Leben einen dazu zwingt, innezuhalten. Nach einer Herzoperation fand Horst Kunze zurück zu etwas, das ihn schon viele Jahre zuvor begleitet hatte: dem Malen.
Bereits als Lehrling hatte er erste Bilder gemalt. Danach rückten Familie, Haus und Beruf in den Mittelpunkt. Ganz fremd war ihm der Umgang mit Farbe dabei nie, denn beruflich war er selbst gelernter Maler. Später besuchte er einige Jahre eine Arbeitsgemeinschaft für Zeichnen und Malen in Holzweißig. Seit etwa 2005 widmet er sich nun wieder intensiver der Malerei.
Seinen Stil beschreibt er selbst ganz schlicht als naive Malerei. Besonders gerne malt er Gebäude und Ortsansichten aus seiner Heimat Sandersdorf-Brehna und der näheren Umgebung. Manchmal entsteht ein Werk nach einer Fotografie, manchmal genügt ihm die Erinnerung an einen Ort. Hat er etwas einmal genau betrachtet, kann er viele Details später aus dem Gedächtnis wieder hervorholen.
Auch das Bild, das in unserer Ausstellung „Natur in Brehna“ zu sehen ist, bewahrt ein Stück Erinnerung: Es zeigt die Brehnaer Kirche noch vor ihrer späteren Veränderung, eingebettet in ihr grünes Umfeld. Damit ist das Werk nicht nur eine gemalte Ortsansicht, sondern zugleich ein kleines Stück Brehnaer Zeitgeschichte.
Seine Bilder waren bereits bei verschiedenen Ausstellungen zu sehen. Besonders am Herzen liegt ihm bis heute das Brunnenfest, bei dem regelmäßig eines seiner Werke für einen guten Zweck verlost wird. Über die Jahre sind dabei bereits mehr als 2.000 Euro zusammengekommen.
Was er sich wünscht, wenn Menschen vor seinen Bildern stehen? Eigentlich nichts Kompliziertes: dass sie hinschauen, sich erinnern und sich daran freuen. Denn über ein einfaches „Das ist schön“ freut er sich noch immer.
Wer gerne mehr über Horst und seine Bilder erfahren möchte oder vielleicht über ein Motiv aus seinem Ort freuen würde, der kann sich gerne bei uns melden, wir stellen den Kontakt her.
Exp. 23 - 27 - Wenn Holz Geschichten aus der Natur erzählt
Michaela und Karsten Apelt - MK Holzlaser
Michaela und Karsten haben ihre Leidenschaft für die Arbeit mit Holz eher zufällig entdeckt. Bei einer Freundin sahen sie die gelaserten Umrisse von Sehenswürdigkeiten aus ihrer Heimatstadt und sofort war ihre Neugier geweckt. Sie stöberten im Internet, probierten vieles aus und tasteten sich Schritt für Schritt an eigene Projekte heran.
Eine klassische künstlerische Ausbildung brauchten sie dafür nicht. Ihr Handwerk haben sie sich selbst beigebracht. Dabei entstehen ihre Werke manchmal ganz spontan, manchmal erst nach längerer Recherche und sorgfältiger Planung. Wenn eine Idee nicht sofort funktioniert, beginnt für die beiden die Suche nach dem Fehler oder nach einem ganz neuen Weg, den eigenen Gedanken in Holz eine Form zu geben.
Für die Ausstellung „Natur in Brehna“ bringen Michaela und Karsten die Werke „Bienenlaterne“, „Biene“ und „Taubenhaus“ mit. Besonders die Bienenlaterne liegt ihnen am Herzen. Sie erinnert an die kleinen, unermüdlichen Helfer, ohne die es keine Ernte gäbe. Auch im eigenen Garten versuchen die beiden deshalb, möglichst viele bienenfreundliche Lebensräume zu schaffen.
Das Taubenhaus lenkt den Blick auf Tiere, die im Alltag häufig übersehen werden. Es bietet Tauben einen geschützten Unterschlupf und ermöglicht es, verletzte oder erkrankte Tiere bei Bedarf medizinisch zu versorgen.
Mit ihren Arbeiten möchten Michaela und Karsten nicht nur ihr Handwerk vorstellen. Sie wollen dazu anregen, genauer hinzusehen und die Natur wieder als das zu betrachten, was sie ist: ein kleines Wunder voller großer Zusammenhänge.
Wenn ihre Werke sprechen könnten, würden sie uns vermutlich sagen: „Beachte uns. Wir sind wichtiger, als du denkst.“
Mehr zu Michaelas und Karstens Arbeit findet ihr auf ihrem Instagram-Kanal https://www.instagram.com/mk.holzlaser/.
Exp. 28 und 29 - Brehna im Blick
Christine Krüger - Heimatstube Brehna
Wer Christine kennt, kennt sie vor allem als eine der Menschen, die mit viel Leidenschaft, Zeit, Geduld und Akribie die Heimatstube in Brehna betreuen. Dort bewahrt sie Geschichten, Erinnerungen und Zeugnisse unserer Stadt. Doch Christine hält Brehna nicht nur in historischen Dokumenten fest. Einige vertraute Orte hat sie auch auf die Leinwand gebracht.
Gemalt hat sie eigentlich schon immer gern. Bereits als Kind zeichnete sie mit Begeisterung Figuren und achtete dabei auf Details, während sich andere noch mit Strichmännchen zufriedengaben. Eine künstlerische Ausbildung hat sie nie absolviert. Einen neuen Schub bekam ihre Freude am Malen während einer Kur im Jahr 2011. Dort entstanden in einem Malkurs Woche für Woche neue Bilder. Danach griff Christine zu Hause wieder regelmäßiger zu Pinsel und Farbe.
Die Motive dafür fand sie häufig direkt vor der eigenen Haustür. Besonders der Strengbach hat es ihr angetan. Immer wieder fotografierte sie denselben Ort im Frühling, Sommer, Herbst und Winter und versuchte, die unterschiedlichen Stimmungen anschließend auf die Leinwand zu bringen. Dass ihr ausgerechnet die winterliche Variante besonders gut gelang, war dabei eher Zufall. Mit den vielen Grüntönen hatte sie sich zuvor schwergetan. Also probierte sie es mit Schnee und Weiß und daraus entstand eines ihrer liebsten Bilder.
Zur Ausstellung „Natur in Brehna“ bringt Christine zwei vertraute Ansichten unserer Stadt mit: die Hädicke-Mühle im Frühling und den Strengbach im Winter.
Wenn Menschen vor ihren Bildern stehen, hat Christine einen ganz bodenständigen Wunsch: Sie sollen erkennen, was sie sehen. Vielleicht entdecken manche einen vertrauten Ort wieder. Vielleicht werden andere neugierig und machen sich selbst auf die Suche nach dem Strengbach oder der Mühle.
Und wer dabei ein wenig Unterstützung braucht, ist in der Heimatstube ohnehin genau richtig. Denn dort gibt es nicht nur viel über die Geschichte Brehnas zu entdecken, sondern mit Christine auch jemanden, der die Geschichten hinter vielen Orten unserer Stadt kennt. Den Kontakt stellen wir gerne her.
Exp. 30 - Wenn die Finger nach Ton kribbeln
Berit Papendick - Töpferin
Manche Berufe sucht man sich aus. Andere scheinen schon sehr früh festzustehen. Bei Berit war es Letzteres: Bereits mit acht Jahren entdeckte sie das Töpferhandwerk für sich. Sie sah einem Töpfer bei der Arbeit zu und war sofort fasziniert. Ihre Eltern ermöglichten ihr später tatsächlich, diesen Beruf zu erlernen.
Heute arbeitet Berit als Angestellte in Leipzig, ganz ohne beruflichen Bezug zur Kunst. Umso wichtiger ist ihr das Töpfern als Ausgleich. „Mir kribbeln die Finger, wenn ich länger keinen Ton in der Hand hatte“, erzählt sie. Ideen gibt es dabei mehr als genug. Eigentlich sogar mehr, als die verfügbare Zeit zulässt.
Das Arbeiten mit Ton ist für Berit aber nicht nur Kreativität. Es hilft ihr auch dabei, zur Ruhe zu kommen. Wenn Sorgen oder Kummer den Kopf beschäftigen, findet sie an der Töpferscheibe und beim Gestalten einen Ausgleich. Aus einem Stück Ton entsteht dabei nicht nur ein Werkstück, sondern manchmal auch wieder ein bisschen Ordnung im Kopf.
Mit ihren Arbeiten möchte Berit zugleich auf ein Handwerk aufmerksam machen, das Menschen seit Jahrhunderten begleitet. Töpfern ist eines der ältesten Handwerke überhaupt. Für sie gehört es deshalb nicht ins Museum, sondern mitten ins Heute. Sie möchte zeigen, welchen Wert handwerkliches Können, Kreativität und das bewusste Arbeiten mit den eigenen Händen auch in unserer modernen, oft hektischen Zeit haben können.
Ein Stück Brehna aus Ton
Für „Natur in Brehna“ hat Berit ihre Leidenschaft für das Töpfern mit ihrer Verbundenheit zu Brehna zusammengebracht. Ihr Werk greift prägende Sehenswürdigkeiten unserer Stadt auf und verbindet sie mit zahlreichen kleinen, von Hand gefertigten Details.
Und „klein“ bedeutet hier tatsächlich: Jedes Blatt am Baum wird einzeln geformt und angebracht. Viele Elemente entstehen separat, werden gebrannt, glasiert und anschließend Stück für Stück zusammengesetzt.
Allein an der Fertigstellung arbeitete Berit ein ganzes Wochenende. Danach folgte der erste Brand, der rund 14 bis 15 Stunden dauert. Für das Glasieren kamen noch einmal etwa sechs Stunden konzentrierter Handarbeit hinzu, bevor die einzelnen Teile erneut für rund 15 Stunden in den Brennofen wanderten.
Wie viele Stunden insgesamt in einem solchen Werk stecken, lässt sich am Ende kaum noch sinnvoll zählen. Und genau darin liegt vielleicht auch sein besonderer Wert: in all den kleinen Handgriffen, der Geduld und der Zeit, die man später nicht einzeln sieht, deren Summe man aber spürt.
Berits Werk ist damit nicht nur eine Hommage an Brehna. Es ist auch eine Einladung, einmal genauer hinzusehen und sich bewusst zu machen, wie viel Können, Geduld und Leidenschaft in echtem Handwerk stecken.
Demnächst kann man bei und mit Berit auch selbst an der Töpferscheibe tätigwerden. Wer darauf jetzt Lust bekommen hat, der kann sich gerne bei uns melden. Wir vermitteln den Kontakt.
Exp. 31 - Wenn aus Handwerk Kunst wird
Frank Arnold
Dass Frank Arnold ein Auge für Linien, Formen und Farben hat, ist kein Zufall. Eigentlich begleitet ihn das Gestalten schon sein ganzes Leben.
Schon in der Schule fiel sein zeichnerisches Talent auf. Schon als Jugendlicher gestaltete er Werbeschilder für Diskotheken, experimentierte mit Schrift, Farbe und Leuchteffekten. Besonders die Schriftenmalerei hatte es ihm angetan. Später machte er genau daraus einen Beruf: Frank ist gelernter Gebrauchswerber und Schriftenmaler. Ein Beruf, den man heute wohl am ehesten mit dem Schauwerbegestalter vergleichen würde. Er dekorierte und bemalte Schaufenster, gestaltete Werbeschilder und fertigte Schriftzüge noch ganz klassisch von Hand an. Und irgendwann wurde aus dem beruflichen Gestalten immer mehr auch ein ganz persönlicher Ausgleich.
Und auch nach seiner Ausbildung blieb Gestaltung der rote Faden in seinem Berufsleben. In einer Textildruckerei arbeitete er unter anderem mit Flock- und Siebdruck, später beim Malermeister auch im Bereich Restauration. Seine ruhige Hand ist sogar an einem bekannten Ort in Brehna verewigt: So war er bei der Restauration des alten Rathauses an den feinen dekorativen Linien und Mustern beteiligt.
Heute zieht sich Frank zum Malen gern in seinen Garten zurück. Dort hat er sich eine kleine Ecke mit Staffelei eingerichtet, sein eigenes kleines Atelier. Ganz still ist es dort allerdings nicht. Musik gehört für ihn unbedingt dazu, am liebsten elektronische Klänge und Bands wie Depeche Mode. Ein spannender Gegensatz zu den oft sehr ruhigen und filigranen Arbeiten, die dort entstehen.
Künstlerisch interessiert ihn besonders die Pop-Art. Kräftige Kontraste, ungewöhnliche Farbkombinationen und das Spiel mit Formen faszinieren ihn. Gleichzeitig müssen seine eigenen Bilder gar nicht laut sein. Im Gegenteil.
Wenn jemand vor einem seiner Werke steht, wünscht sich Frank vor allem eines: einen kurzen Moment Ruhe. Ein Bild betrachten, abschalten und die Gedanken einfach ein wenig schweifen lassen. Fast wie beim Blick auf Wasser, das gleichmäßig fließt, oder auf eine Landschaft, in der man sich für einen Moment verlieren kann. Gerade in einer Zeit, in der vieles schnell, laut und hektisch geworden ist, dürfen seine Bilder deshalb genau das sein: eine kleine Einladung zum Wegträumen.
Exp. 32 - Blütenpracht
Brehn'sches Stadtleben e.V., Kinder der Kindertagesstätte „Borstel“ und des Hortes „Pazzelclub“ in Brehna
Eine Blumenwiese, die gemeinsam wächst. Dieses Werk ist eine Gemeinschaftsarbeit des Brehn’sches Stadtleben e. V. mit den Kindern der Kindertagesstätte „Borstel“ und des Hortes „Pazzelclub“ in Brehna.
Jedes Kind hat dafür eine eigene Blume gestaltet. Keine gleicht der anderen: Manche sind farbenfroh und verspielt, andere schlicht oder voller kleiner Details. Zusammen sind sie zu einer großen Blumenwiese gewachsen, die zeigt, wie vielfältig Natur in Kinderaugen sein kann.
Die Blumenwand soll aber nicht nur betrachtet werden. Sie lädt ausdrücklich dazu ein, Teil des Kunstwerks zu werden: Stellt euch davor, macht ein Foto und nehmt ein kleines Stück unserer gemeinsamen Blumenwiese als Erinnerung mit. Denn manchmal entsteht etwas besonders Schönes, wenn viele kleine Ideen zusammenkommen. Teilt euer Foto gerne auf Social Media unter dem #naturinbrehna.
(Texte z.T. KI-generiert und redaktionell überarbeitet.)
